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Ungeeigneter Arbeitsplatz

Das vertraute Umfeld verleitet leicht dazu, plötzlich mit dem Laptop auf dem gemütlichen Sofa zu arbeiten. Doch die Arbeit an einem Ort, der normalerweise für entspannte Netflix & Chill-Abende genutzt wird, ist keine gute Idee. Wenn der Arbeitsplatz nicht klar abgegrenzt ist, kann es schwierig sein, nach Feierabend tatsächlich zu entspannen. Außerdem wird eine gute Sitzhaltung auf dem Sofa vernachlässigt, was zu Rücken-, Nacken- und anderen körperlichen Beschwerden führen kann. Während man auf dem Sofa versucht, eine ergonomische Sitzhaltung zu finden, könnte man meinen, der Rücken habe sich freiwillig für einen Probelauf beim „Cirque du Soleil“ angemeldet.

 

Zu viele Ablenkungen

So ganz unbeobachtet lässt man die Arbeit auch gerne mal links liegen, und plötzlich erscheinen Instagram sowie TikTok viel interessanter. Doch Vorsicht: Wer sich im Social-Media-Tunnel befindet, findet nur schwer zurück zur Arbeitswelt. Und auch Hausarbeit kann im Homeoffice zum echten Endgegner werden. Denn mal schnell eine Maschine Wäsche laufen lassen oder fix eine Runde durchsaugen steht ja nichts im Wege. Besonders knifflig wird es, wenn man während der Arbeitszeit nicht allein zu Hause ist und Familie oder Mitbewohner für reichlich Ablenkung sorgen. Daher ist es auch in diesem Punkt sehr ratsam, einen speziellen Arbeitsplatz zu haben, der frei von Ablenkungen ist – im besten Fall handelt es sich dabei um ein separates Arbeitszimmer.

 

Kommunikation nur auf E-Mails beschränken

Die Kommunikation über E-Mails ist in den meisten Fällen tatsächlich schön einfach und vermeidet Smalltalks, ohne schnell auf das Wesentliche zu kommen. Doch die Beschränkung der Kommunikation im Homeoffice rein auf E-Mails ist definitiv nicht zu empfehlen. Andere Formen der Kommunikation sind deutlich schneller und besonders dann ratsam, wenn eine prompte Reaktion erforderlich ist. Den Hörer in die Hand zu nehmen oder über Instant Messenger zu kommunizieren, kann hier effektiver sein. Denn ohne die Möglichkeit, sich persönlich auszutauschen, besteht ein höheres Risiko für Missverständnisse. In einem reinen E-Mail-Kommunikationsumfeld kann es schwieriger sein, spontane Ideen auszutauschen, Brainstorming-Sitzungen durchzuführen oder komplexe Probleme zu diskutieren. Der ausschließliche Gebrauch von E-Mails kann dazu führen, dass die persönliche Verbindung zwischen den Teammitgliedern beeinträchtigt wird und allgemein zu wenig direkt kommuniziert wird.

 

Vernachlässigung von Bewegung

Da der Arbeitsweg im Homeoffice wegfällt, verkürzt sich der Weg zum Arbeitsplatz auf nur wenige Schritte. Dadurch kann es schnell passieren, dass die Bewegung über den gesamten Tag in den Hintergrund gerät. Wer also im Homeoffice arbeitet, sollte umso genauer darauf achten, ausreichend aktive Pausen einzulegen. Ein kurzer Spaziergang in der Natur bietet sich hier optimal an. Zusätzlich können auch kurze Fitnessübungen oder Dehnungsübungen im Arbeitszimmer helfen, die körperliche Aktivität während des Arbeitstages aufrechtzuerhalten. Es ist wichtig, diese kleinen Bewegungseinheiten in den Tagesablauf zu integrieren, um die Gesundheit und das Wohlbefinden auch im Homeoffice zu fördern.

 

Fehlende Trennung von Arbeit und Freizeit

Durch die fehlende räumliche Trennung zwischen Arbeitsplatz und Zuhause fällt es oft schwer, eine klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Dies kann zu einem permanenten Gefühl der Verfügbarkeit führen, da es schwierig ist, sich nach Feierabend mental von der Arbeit zu lösen. Zusätzlich kann die fehlende Abgrenzung dazu führen, dass die Arbeitsbelastung unbemerkt zunimmt, da es keine eindeutige Grenze gibt, die signalisiert, wann die Arbeit endet und die Freizeit beginnt. Dies kann zu Überarbeitung, Burn-out und einem gestörten Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben führen.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, ist es wichtig, klare Arbeitszeiten festzulegen und einzuhalten. Es ist außerdem wichtig, sich bewusst Zeit für Erholung und Entspannung zu nehmen, um das Gleichgewicht zwischen Arbeit und persönlichem Leben aufrechtzuerhalten.

 

Technische Probleme und unzureichende Ausstattung

Nichts ist ärgerlicher als technische Probleme, besonders wenn kein IT-Support verfügbar ist. Diese Hindernisse können den Arbeitsfluss erheblich beeinträchtigen und ihn deutlich verlangsamen. Daher ist es ratsam, bereits vor Beginn der Tätigkeit im Homeoffice sicherzustellen, dass die notwendige Ausstattung vorhanden ist, die Internetverbindung stabil und zuverlässig ist und Unterstützung für mögliche technische Probleme zur Verfügung steht.

 

Mangelnde Selbstdisziplin und Zeitmanagement

Homeoffice erfordert generell ein deutlich höheres Maß an Selbstdisziplin, das entweder bereits vorhanden ist oder erlernt werden sollte. Dies liegt daran, dass die geringere Überwachung durch Vorgesetzte eine Versuchung darstellt, die zu Ablenkung und Prokrastination führen kann. In diesem Umfeld ist es entscheidend, klare Arbeitsziele und Zeitpläne zu setzen und sich selbst dazu zu motivieren, diese einzuhalten. Darüber hinaus ist es wichtig, sich bewusst Pausen zu gönnen, um die Konzentration aufrechtzuerhalten und die Produktivität zu steigern.

 

Isolation und mangelnde soziale Interaktion

Homeoffice kann einsam machen, muss es aber nicht! Der fehlende persönliche Kontakt mit Kollegen kann zu Gefühlen der Einsamkeit und Entfremdung führen, besonders wenn man über längere Zeit allein arbeitet. Diese Isolation kann auch die Teamarbeit und die Effizienz der Zusammenarbeit beeinträchtigen, da der spontane Austausch von Ideen und die Lösung von Problemen erschwert werden. Dennoch muss Homeoffice nicht bedeuten, dass man völlig isoliert ist und soziale Interaktionen während der Arbeitszeit völlig ausgeschlossen sind. Regelmäßige virtuelle Meetings und die Nutzung von Instant-Messaging-Plattformen ermöglichen informelle Gespräche und den Austausch von Ideen. Zusätzlich kann die Teilnahme an virtuellen Teamaktivitäten oder die Einrichtung von virtuellen Kaffeepausen dazu beitragen, die soziale Interaktion zu stärken und die Teambindung zu fördern.

 

Um die genannten Stolperfallen zu vermeiden, ist es wichtig, proaktiv Maßnahmen zu ergreifen. Diese Aspekte zu berücksichtigen und gezielt anzugehen, kann dazu beitragen, dass das Homeoffice zu einer noch vorteilhafteren Arbeitsform wird – eine, die nicht nur die persönliche Produktivität steigert, sondern auch das Wohlbefinden und die Work-Life-Balance fördert.